Unvollkommenheit willkommen heißen
Wir alle kennen diese Momente, in denen wir uns selbst oder anderen gegenüber ganz schnell im Urteil sind. Etwas läuft nicht so, wie es soll – und der innere Kampf beginnt. Brené Brown erinnert uns mit einem Satz daran, was wirklich zählt. Sie schreibt:
»Unvollkommenheiten sind kein Mangel – sie sind eine Erinnerung daran, dass wir alle im selben Boot sitzen.«
Gerade in der jetzigen Zeit finde ich dieses Zitat von Brené Brown eine ganz wichtige Erinnerung. Denn wenn wir den Fokus auf das Unvollkommene, die Fehler, die Schwächen in uns oder anderen richten, dann kommen wir leicht in einen inneren Zustand des Kampfes.
Wir regen uns auf – über uns selbst oder andere. Wir wollen Unvollkommenheiten wegmachen oder verurteilen sie. Und ich verstehe auch warum: Unvollkommenheit lässt uns unsere Berührbarkeit und Verletzlichkeit fühlen. Sie erinnert uns an die Unabwägbarkeiten des Lebens. Und Unvollkommenheit kann an die alte Wunde rühren, nicht gut genug oder falsch zu sein.
Wir alle sind Menschen, wir alle tragen unsere Rucksäcke aus der Vergangenheit und uns alle eint Unvollkommenheit. Auch wenn sie sich nicht immer gut anfühlt, sie macht uns lebendig, zeugt von unserer Einzigartigkeit und der Einzigartigkeit jedes anderen Menschen hier auf der Erde.
Ich lade dich von Herzen ein zu versuchen, deine Unvollkommenheit willkommen zu heißen. Begrüße sie, als etwas, das zu dir gehört, dich ausmacht.
Und du darfst absolut unvollkommen sein, in deinem Versuch, deine Unvollkommenheit willkommen zu heißen! Du bist damit nicht alleine. Immer wieder erlebe auch ich, dass ich in Momenten, in denen ich getriggert bin, in denen ich vermeintlich einen Fehler gemacht habe, genau die getriggerten Gefühle oder den Fehler einfach nur weghaben will.
Aber ich komme mal schneller, mal langsamer, immer wieder an den Punkt, mich mit meiner vermeintlichen Unvollkommenheit willkommen zu heißen.
Achte einfach mal darauf:
- Wann lehnst du dich ab, weil du deinen Ansprüchen nicht genügst?
- Wann distanzierst du dich innerlich von anderen, wenn sie unvollkommen sind?
- Wie fühlt sich das in deinem Körper an, wenn du dich oder andere für ihre Unvollkommenheit verurteilst?
- Was macht es mit deinem Körper, wenn du mit ein klein wenig Freundlichkeit auf Unvollkommenheit blickst?
Lass mich gerne wissen, wie es dir mit dem Zitat und diesen Fragen geht.
Und wenn du dir manchmal schwer tust, freundlich auf dich zu blicken, dann ist das OK und hat seine Gründe. Manchmal braucht es dafür ein freundliches Gegenüber. Wenn du spürst, dass du dir das wünscht, lade ich dich herzlich ein, dir ein kostenfreies Gespräch mit mir zu buchen, dafür einfach hier klicken: anna-fienbork/kennenlerngesprach
Das Foto mit den Äpfeln habe ich gewählt, weil es unvollkommene Äpfel zeigt. Ich hatte sie auf einem Spaziergang in einem der vergangenen Jahre aufgesammelt. Ein jeder hat seine ganz eigene Form, auch Dellen. Und vielleicht findet sich beim Aufschneiden auch ein Wurm in einem der Äpfel. Und doch liebe ich diese unvollkommenen Äpfel mit einer Freude, die mir kein »perfekter« Apfel jemals beschert hat.